Online-Veranstaltung
Vortrag: Kritik der Heimattümelei
festival contre le racisme BONN 2020
Do, 28. Mai. 20:00 Uhr
Karten verfügbar





Festival
Die Veranstaltung findet online statt! ZOOM-Meeting: https://uni-bonn.zoom.us/j/96458257328?pwd=MTFGdHZYTStjY2Zyam1YaHl0Y0d3QT09
Es gab mal bessere Zeiten. Da war Heimat verpönt, zumindest in aufgeklärteren Kreisen. Sie roch nach Mief, sah nach Kitschfilm und röhrendem Hirsch aus, nach Nazis und Verdrängung. Heute ist Heimat wieder angesagt. Im Fernsehen, in Musik und Literatur, in der Politik. Die Grünen wetteifern mit Konservativen und Faschisten um das Image der besseren Heimatpartei.
Heimat klingt nach dazu gehören und sich wohlfühlen. Das wärmt das Herz in einer verrückten Welt und lässt einen vergessen, dass nicht Fremde die verklärte Idylle bedrohen. Dabei sind es nicht Heuschrecken aus Amerika oder eine jüdische Weltverschwörung die Abgaswerte manipulieren, sondern deutsche Traditionsunternehmen und heimische SUV-Fahrer verpesten die Luft.
Die aktuelle Heimattümelei ist der Sound zu Hetze und Gewalt, zu Abschottung, Mauern und Stacheldraht. Statt Gesellschaftskritik und Protest ist Mitmachen angesagt, Frieden mit der herrschenden Ordnung, Bereichern und Konsumieren.
Der Referent skizziert die Karriere eines Ressentiments sowie historische Kontinuitäten und versucht ein paar Antworten darauf zu geben, wieso Heimat heute wieder angesagt ist.

Peter Bierl ist freier Journalist, Mitglied der Gewerkschaft Verdi und Autor von „Keine Heimat nirgendwo“ (2020), „Einmaleins der Kapitalismuskritik“ (2018), „Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“ (2014).



Das festival contre le racisme bündelt eine Reihe von Kultur- und Vortragsveranstaltungen zur politischen Bildung. Die bundesweit an unterschiedlichen Universitäten durchgeführte Kampagne geht zurück auf eine Initiative des „freien Zusammenschlusses der StudentInnenschaften“ (fzs) und wird organisiert von der Bonner Studierendenschaft und verschiedenen lokalen zivilgesellschaftlichen und politischen Gruppen.
Ein entschiedenes Eintreten gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus ist auch im Jahr 2017 so notwendig wie eh und je. Die massive Steigerung von Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte – fast 1000 verzeichnete Fälle im vergangenen Jahr – sowie drohende Wahlerfolge rechtspopulistischer und -extremistischer Parteien in ganz Europa zeigen, dass es auch weiterhin des kontinuierlichen Engagements für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen bedarf.
Insgesamt 10 Veranstaltungen - darunter Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen, ein Konzert sowie ein gemeinsames internationales Buffet – finden dieses Jahr im Rahmen der Aktionswochen des festival contre le racisme im April und Mai in Bonn statt.
Dabei sollen etwa Fragen nach einer sinnvollen und universalistisch orientierten antirassistischen Theorie und Praxis aufgeworfen, flüchtlingspolitische Themen behandelt und ungezwungene Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Festival richtet sich an alle Interessierten – ob Studierende oder nicht.
Autor / Komponist: festival contre le racisme BONN
Regisseur: AStA Uni Bonn // Refugees Welcome Bonn e.V.

Bus+Bahn
Barrierefreiheit
Gastronomie
keine Gastronomie