Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Gestalten der Faschisierung: Sahra Wagenknecht als Brückenbauerin nach rechts
festival contre le racisme BONN 2021
Mi, 29. Jun. 19:00 Uhr
Eintritt frei





Festival
Die Veranstaltung findet im Hauptgebäude der Uni statt, Hörsaal XVII.
Seit Jahren tingelt Sahra Wagenknecht durch die Talkshows, anfangs zum wohligen Gruseln des Publikums als Gespenst des Kommunismus. Inzwischen nutzt sie die Gelegenheit, um ihrer Partei zu schaden, sie als zerstritten vorzuführen. Kontrafaktisch behauptet Wagenknecht, die Linke würde sich nicht um soziale Fragen scheren. Dabei tun Kommunalpolitiker*innen der Partei genau das, mit hohem Engagement und der Gefahr, von Nazis auf die Fresse zu kriegen.



Von sozialistischen Anwandlungen hat sich Wagenknecht längst verabschiedet. Stattdessen rühmt sie die guten alten Zeiten, als Frauen an Küche und Kinder gefesselt und die Grenzen für Migrant*innen dicht waren. Wagenknecht befeuert das Ressentiment, Klimaschutz, Solidarität mit Geflüchteten und Kampf gegen Sexismus seien überflüssige Marotten.
Zurück zum alten Normal lautet ihre Parole, die nicht zufällig dem Wahlkampfslogan der AfD gleicht. Björn Höcke bescheinigte ihr einen „klaren, unverstellten Blick auf die Verhältnisse“ und lud sie ein, zur AfD zu wechseln.
Peter Bierl zeichnet die Wandlungen der populärsten Politikerin der Linken nach, von der Glorifizierung der DDR zum Bekenntnis zur Marktwirtschaft. Dabei ist sich Wagenknecht immer treu geblieben, in ihrer Liebe zur Obrigkeit, zu Heimat und Nation und deutschen Sekundärtugenden wie Leistung und Pünktlichkeit, von denen ihr Gemahl einmal sagte, damit könne man Konzentrationslager führen.
Peter Bierl ist Journalist und Autor. Zuletzt sind von ihm ein Beitrag in dem Sammelband „Wagenknecht – Nationale Sitten und Schicksalsgemeinschaft“ in der Reihe Gestalten der Faschisierung (2022), „Die Legende von den Strippenziehern. Verschwörungsideologie im Zeitalter des Wassermanns“ (2021), „Die Revolution ist großartig. Was Rosa Luxemburg uns heute noch zu sagen hat“ (2020) sowie „Einmaleins der Kapitalismuskritik“ (2018) erschienen.

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Das festival contre le racisme (fclr) ist eine Veranstaltungsreihe, die sich mit den gesellschaftlichen Problemen um Rassismus, Antisemitismus und anderen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit auseinandersetzt und sich gegen jegliche Diskriminierung positioniert. Das fclr wird in Deutschland seit einigen Jahren an verschiedenen Universitäten von den jeweiligen ASten bzw. vergleichbaren Trägern organisiert. Jedes Jahr rufen der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) mit dem Bundesverband ausländischer Studierender (BAS) zu der Kampagne auf (http://fclr-bonn.de).
Autor / Komponist: Peter Bier
Regisseur: Eine Veranstaltung von Festival contre le racisme Bonn und Refugees Welcome Bonn e.V.

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